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EXDENSUR – Fachinformation für Fachpersonen

Die Fachinformation richtet sich an Fachpersonen. Verständliche Angaben für Patientinnen und Patienten enthält der Beipackzettel: dosierung, nebenwirkungen, andere arzneimittel, schwangerschaft und stillzeit.

Aktualisiert:

Fachinformation - EXDENSUR

Zusammensetzung

Wirkstoffe

Depemokimab (gentechnologisch hergestellt unter Verwendung von CHO [Chinese Hamster Ovary]-Zellen).

Hilfsstoffe

Histidin, Histidinhydrochlorid-Monohydrat, Trehalose-Dihydrat, Argininhydrochlorid, Natriumedetat, Polysorbat 80 0,2 mg/mL, Wasser für Injektionszwecke.

Gesamt-Natriumgehalt: 0,00235 mg/mL

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

Injektionslösung im Fertigpen/ in einer Fertigspritze zur s.c. Verabreichung: Jeder Fertigpen und jede Fertigspritze enthält 100 mg Depemokimab in 1 mL steriler Lösung (100 mg/mL)

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Asthma

Exdensur ist indiziert als Add-on-Erhaltungstherapie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab zwölf Jahren mit schwerem Asthma mit Typ-2-Inflammation, gekennzeichnet durch folgende Kriterien:

  • Mindestens zwei Exazerbationen in den letzten 12 Monaten trotz Therapie mit inhalativen Kortikosteroiden in mittlerer bis hoher Dosis plus einem weiteren Asthma-Controller und/oder Notwendigkeit zur Behandlung mit systemischen Kortikosteroiden.
  • Eosinophilenzahl im Blut ≥0,15 G/L (entspricht ≥150 Zellen/µL) bei Therapiebeginn oder ≥0,3 G/L (entspricht ≥300 Zellen/µL) innerhalb der letzten 12 Monate.

Chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP)

Exdensur ist indiziert als Add-on-Therapie mit intranasalen Kortikosteroiden bei Erwachsenen mit schwerer chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP), die mit systemischen Kortikosteroiden und/oder operativem Eingriff nicht ausreichend kontrolliert werden kann.

Für genauere Angaben zu den Patientenpopulationen siehe Eigenschaften/Wirkungen, Klinische Wirksamkeit

Dosierung/Anwendung

Exdensur sollte von Ärzten verschrieben werden, die Erfahrung in der Diagnose und Behandlung der oben genannten Anwendungsgebiete haben (siehe «Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten»).

Um die Rückverfolgbarkeit von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln sicherzustellen, wird empfohlen, Handelsname und Chargennummer bei jeder Behandlung zu dokumentieren.

Übliche Dosierung

Asthma

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren

Die empfohlene Dosis beträgt 100 mg Exdensur, verabreicht als subkutane (s.c.) Injektion einmal alle 6 Monate.

Kinder unter 12 Jahren

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Exdensur bei Kindern unter 12 Jahren wurde in kontrollierten Studien nicht untersucht.

Dauer der Behandlung:

Nach spätestens 2 Gaben Exdensur sollte der Therapieerfolg beurteilt und über die Fortführung der Behandlung entschieden werden. Zur Beurteilung des Ansprechens auf die Zusatztherapie sind eine sorgfältige Erfassung der Asthmakontrolle, des Bedarfs an systemischen Kortikosteroiden und der Exazerbationshäufigkeit vor und unter der Behandlung notwendig. Im Falle eines Ansprechens ist Exdensur für die Langzeitbehandlung vorgesehen. Der Nutzen und die Notwendigkeit einer Fortführung der Therapie sollte mindestens jährlich überprüft werden, basierend auf der ärztlichen Beurteilung des Krankheitsschweregrads und der Exazerbationskontrolle.

Chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP)

Erwachsene ab 18 Jahren

Die empfohlene Dosis beträgt 100 mg Exdensur, verabreicht als subkutane (s.c.) Injektion einmal alle 6 Monate.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Exdensur bei Kindern und Jugendlichen mit CRSwNP unter 18 Jahren wurde nicht untersucht.

Dauer der Behandlung:

Die Erfahrung mit Depemokimab bei Patienten mit CRSwNP ist begrenzt, da es keine Langzeiterfahrung über ein Jahr oder zwei Dosen hinaus gibt.

Nach spätestens 2 Gaben Exdensur sollte der Therapieerfolg beurteilt und über die Fortführung der Behandlung entschieden werden. Im Falle eines Ansprechens ist Exdensur für die Langzeitbehandlung vorgesehen. Der Nutzen und die Notwendigkeit einer Fortführung der Therapie sollte mindestens jährlich überprüft werden, basierend auf der ärztlichen Beurteilung des Krankheitsschweregrads.

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten

Bei Patienten ab 65 Jahren wird keine Dosisanpassung empfohlen (siehe «Pharmakokinetik – Besondere Patientengruppen»).

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen wird keine Dosisanpassung empfohlen (siehe «Pharmakokinetik – Besondere Patientengruppen»).

Patienten mit Leberfunktionstörungen

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen wird keine Dosisanpassung empfohlen (siehe «Pharmakokinetik – Besondere Patientengruppen»).

Art der Anwendung

Exdensur Fertigpen und Fertigspritze darf nur subkutan (s.c.) in den Oberarm, den Oberschenkel oder den Bauch injiziert werden (siehe «Hinweise für die Handhabung» sowie separate, in der Packung beigelegte Gebrauchsanweisung).

Exdensur kann durch den Patienten selbst in den Oberschenkel oder Bauch (Abdomen) oder durch eine Betreuungsperson in den Oberarm, den Oberschenkel oder den Bauch verabreicht werden, wenn der Arzt dies für angemessen hält, und der Patient bzw. die Betreuungsperson in der entsprechenden Injektionstechnik geschult wurde.

Versäumte Anwendungen

Wird die Verabreichung einer Dosis versäumt, so muss diese so rasch wie möglich nachgeholt werden. Wenn die versäumte Dosis 1 Monat oder länger nach der geplanten Dosis verabreicht wird, ist der 6-monatige (alle 26 Wochen) Injektionsplan ab dem tatsächlichen Verabreichungsdatum der versäumten Dosis wieder aufzunehmen.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Depemokimab oder einem der Hilfsstoffe.

Depemokimab darf nicht zur Behandlung akuter Asthmasymptome oder -exazerbationen eingesetzt werden, siehe auch «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Überempfindlichkeitsreaktionen

Nach der Verabreichung von Depemokimab können systemische Reaktionen vom Sofort- und vom Spättyp, einschliesslich Überempfindlichkeitsreaktionen (wie Anaphylaxie, Angioödem, Urtikaria und Pruritus) auftreten (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Solche Reaktionen treten in der Regel innerhalb von Stunden nach der Verabreichung, manchmal jedoch auch verzögert (d.h. nach mehreren Tagen) auf. Im Falle einer Überempfindlichkeitsreaktion wird eine angemessene Behandlung, wie klinisch angezeigt, empfohlen. Bei erneuter Verabreichung von Depemokimab wird eine Überwachung empfohlen, um Anzeichen wiederkehrender Überempfindlichkeitsreaktionen zu erkennen. Im Falle einer schweren oder wiederkehrenden Überempfindlichkeitsreaktion sollte ein dauerhafter Abbruch der Depemokimab-Therapie erwogen werden.

Asthmabedingte unerwünschte Ereignisse oder Exazerbationen

Unter der Behandlung mit Depemokimab können asthmabedingte unerwünschte Ereignisse oder Exazerbationen auftreten. Es wird empfohlen, die Patienten anzuweisen, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn ihr Asthma nach Einleitung der Behandlung mit Depemokimab weiterhin unkontrolliert ist oder sich verschlechtert, siehe auch «Kontraindikationen».

Ungenügendes Therapieansprechen

Im Falle eines Nicht-Ansprechens auf Depemokimab sollte bei der Wahl des geeigneten Zeitpunkts für den Beginn der Behandlung mit einem anderen Biologikum die lange Halbwertszeit von Depemokimab in Betracht gezogen werden (siehe «Pharmakokinetik»).

Reduktion der Kortikosteroid-Dosis

Ein abruptes Absetzen der vorbestehenden Medikation (einschliesslich systemischer und inhalativer Kortikosteroide) nach Beginn der Depemokimab-Therapie wird nicht empfohlen. Eine Dosisreduktion der vorbestehenden Medikation muss gegebenenfalls schrittweise und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Parasitäre Infestationen (Helminthen)

Eosinophile können an der Immunantwort auf einen Befall mit bestimmten Helminthen beteiligt sein. Patienten mit vorbestehendem Helminthenbefall wurden von der Teilnahme am klinischen Programm ausgeschlossen. Patienten mit vorbestehendem Helminthenbefall sollten vor der Verabreichung von Depemokimab entsprechend behandelt werden. Wenn Patienten während der Behandlung mit Depemokimab infiziert werden und nicht auf eine anthelminthische Behandlung ansprechen, sollte die Verabreichung der nächsten Depemokimab-Dosis verschoben werden, bis der Befall abgeklungen ist.

Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Injektion zu 100 mg (=1 mL), d.h. es ist nahezu «natriumfrei».

Polysorbat

Dieses Arzneimittel enthält 0,2 mg Polysorbat 80 pro Injektion zu 100 mg (= 1 mL). Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen.

Interaktionen

Aufgrund des Metabolismus und Wirkungsmechanismus hat Depemokimab ein geringes Potenzial für Interaktionen mit anderen Arzneimitteln.

Schwangerschaft, Stillzeit

Schwangerschaft

Die Auswirkungen von Depemokimab auf die menschliche Schwangerschaft sind nicht bekannt. Es wird erwartet, dass monoklonale Antikörper wie Depemokimab im Verlauf der Schwangerschaft linear über die Plazentaschranke transportiert werden. Die höhere Affinität von Depemokimab zum neonatalen Fc-Rezeptor könnte im Vergleich zu unveränderten monoklonalen Antikörpern zu einer vermehrten Übertragung über die Plazenta führen. Die möglichen klinischen Auswirkungen sind unbekannt. Studien zur Reproduktionstoxizität wurden mit Depemokimab nicht durchgeführt (siehe «Präklinische Daten»).

Depemokimab sollte in der Schwangerschaft nur dann angewendet werden, wenn eine Behandlung eindeutig erforderlich ist.

Stillzeit

Es liegen keine Daten zur Ausscheidung von Depemokimab in der menschlichen oder tierischen Muttermilch vor. Depemokimab ist jedoch ein humanisierter monoklonaler Antikörper (Immunglobulin G1 [IgG1] kappa), und Immunglobulin G (IgG) geht bekanntlich in geringen Mengen in die Muttermilch über.

Unter Abwägung der Vorteile des Stillens für das Kind und des Nutzens der Behandlung für die Mutter sollte entschieden werden, ob abgestillt oder die Behandlung mit Depemokimab abgesetzt werden soll.

Fertilität

Daten zur Fertilität beim Menschen liegen nicht vor. In tierexperimentellen Studien wurden keine unerwünschten Wirkungen einer Anti-IL-5-Behandlung auf die Fertilität festgestellt (siehe «Präklinische Daten»).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien zum Einfluss von Exdensur auf die Fähigkeit zur Durchführung von Tätigkeiten, die Urteilsvermögen, motorische oder kognitive Fähigkeiten erfordern, durchgeführt. Angesichts der Pharmakologie von Exdensur ist nicht mit einer ungünstigen Beeinflussung derartiger Tätigkeiten zu rechnen. Ob ein Patient in der Lage ist, Aufgaben zu bewältigen, die Urteilsvermögen, motorische oder kognitive Fähigkeiten erfordern, sollte unter Berücksichtigung des klinischen Status des Patienten und des Nebenwirkungsprofils von Exdensur beurteilt werden.

Unerwünschte Wirkungen

Daten aus klinischen Studien

Depemokimab wurde in einem klinischen Entwicklungsprogramm untersucht, an dem Jugendliche (ab 12 Jahren) und erwachsene Patienten mit Asthma (SWIFT-1- und SWIFT-2-Studie) sowie erwachsene Patienten mit CRSwNP (ANCHOR-1- und ANCHOR-2-Studie) teilnahmen. In diesen vier randomisierten, placebokontrollierten, multizentrischen Studien mit einer Dauer von 52 Wochen erhielten die Patienten entweder Depemokimab subkutan (s.c.) oder Placebo subkutan (s.c.), jeweils einmal alle sechs Monate. Insgesamt wurden in diesen Studien 773 Patienten mit mindestens einer 100-mg-Dosis Depemokimab behandelt.

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die häufigsten Nebenwirkungen, die unter Depemokimab berichtet wurden, sind lokale Reaktionen an der Injektionsstelle (2 %).

Die unerwünschten Wirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklasse und Häufigkeit aufgeführt (siehe Tabelle 1).

Die Häufigkeiten der Nebenwirkungen sind konventionsgemäss folgendermassen definiert: sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, < 1/10); gelegentlich (≥1/1'000, < 1/100); selten (≥1/10'000, < 1/1'000); sehr selten (< 1/10'000) und nicht bekannt (Häufigkeit kann auf Basis der vorhandenen Daten nicht angegeben werden).

Tabelle 1. Unerwünschte Wirkungen

SystemorganklasseUnerwünschte WirkungHäufigkeit
Erkrankungen des ImmunsystemsÜberempfindlichkeitsreaktionen (systemisch allergisch)a, bGelegentlich
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesPruritusHäufig
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortVerabreichungsbedingte systemische Reaktionen (nicht allergisch)b, cHäufig
Örtliche Reaktionen an der InjektionsstelledHäufig

a In einer Phase-I-Studie und einer offenen Verlängerungsstudie beobachtet.

b Die Mehrheit der Ereignisse (85 %) klang innerhalb von ≤7 Tagen ab, wobei die meisten Ereignisse (65 %) innerhalb von ≤2 Tagen nach ihrem Auftreten abklangen.

c Zu den Symptomen gehören Kopfschmerzen, Ermüdung und Ausschlag.

d Zu den Symptomen gehören Schmerzen, Erytheme, Schwellungen und Juckreiz. Die meisten Ereignisse waren von leichter Intensität und klangen in 79 % der Fälle innerhalb von ≤7 Tagen ab, wobei die meisten Ereignisse (56 %) innerhalb von ≤2 Tagen nach ihrem Auftreten abklangen.

Beschreibung spezifischer unerwünschter Wirkungen und Zusatzinformationen

Systemische Reaktionen (allergisch)

Überempfindlichkeitsreaktionen wie Anaphylaxie und Angioödem wurden bei anderen monoklonalen Antikörpern berichtet, die gegen IL-5 oder seinen Rezeptor gerichtet sind. Diese Reaktionen können aufgrund der Erfahrungen mit dieser Wirkstoffklasse auftreten.

Systemische Reaktionen (nicht-allergisch)

Im Rahmen des gesamten klinischen Entwicklungsprogramms wurden bei 1 % der mit Depemokimab behandelten Patienten nicht-allergische verabreichungsbedingte Reaktionen (z.B. Kopfschmerzen, Ermüdung (Fatigue), Ausschlag) berichtet. In den 52-wöchigen placebokontrollierten Studien bei Asthma und CRSwNP wurden systemische nicht-allergische Reaktionen bei < 1 % der Patienten berichtet, die Depemokimab erhielten.

Systemische Reaktionen (nicht-allergisch), die im Zusammenhang mit Depemokimab berichtet wurden, waren nicht schwerwiegend und von leichter oder mässiger Intensität. Die Mehrzahl der Ereignisse war vorübergehend: 88 % der Ereignisse klangen innerhalb von ≤7 Tagen nach ihrem Auftreten ab, während 67 % der Ereignisse innerhalb von ≤2 Tagen abklangen.

Immunogenität

Bei Patienten, die mindestens eine 100-mg-Dosis Depemokimab alle 6 Monate s.c. verabreicht bekamen, wurden 9 % (44/499) der Patienten mit Asthma (SWIFT-1 und SWIFT-2) und 8 % (21/272) der Patienten mit CRSwNP (ANCHOR-1 und ANCHOR-2) während der 52-wöchigen Studien positiv auf Antikörper gegen Depemokimab (ADA) getestet.

Der prozentuale Anteil der ADA-positiven Patienten betrug 9 % (55/622) in einer 52-wöchigen offenen Asthma-Verlängerungsstudie (AGILE; n = 395 mit Datenerfassung über einen Zeitraum von 104 Wochen) und 4 % (34/841) in einer 52-wöchigen Studie mit Asthmapatienten, die zuvor entweder mit Mepolizumab oder Benralizumab behandelt worden waren (NIMBLE).

In den placebokontrollierten Studien zu Asthma- und CRSwNP-Indikationen sowie in der 52-wöchigen offenen Asthma-Verlängerungsstudie (AGILE) wiesen < 1 % der Patienten (n = 7) neutralisierende Antikörper auf.

Das Vorliegen von Antikörpern gegen Depemokimab hatte keine merklichen Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Depemokimab und es gab keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen den Antikörpertitern und Änderungen der Eosinophilenzahl. Patienten, die ADA-positiv waren, wiesen im Allgemeinen ein ähnliches Profil unerwünschter Wirkungen auf wie ADA-negative Patienten. Es wurde kein Einfluss von ADA auf die Pharmakokinetik oder Pharmakodynamik oder Sicherheit von Depemokimab festgestellt, die Datenlage ist jedoch noch begrenzt.

Pädiatrische Population

Fünfzehn Jugendliche (im Alter von 12–17 Jahren) erhielten Depemokimab in zwei placebokontrollierten Asthmastudien (SWIFT-1 und SWIFT-2) mit einer Dauer von 52 Wochen. Das Sicherheitsprofil war allgemein ähnlich wie bei Erwachsenen. Es wurden keine zusätzlichen unerwünschten Wirkungen festgestellt.

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Es liegen keine klinischen Erfahrungen zur Überdosierung von Depemokimab vor.

Für den Fall einer Überdosierung von Depemokimab ist keine spezifische Behandlung verfügbar. Nach einer Überdosierung muss der Patient die jeweils angemessene unterstützende Behandlung erhalten und entsprechend überwacht werden.

Das weitere Vorgehen richtet sich nach den klinischen Erfordernissen bzw. gegebenenfalls nach den Empfehlungen des nationalen Toxzentrums.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code

R03DX12

Wirkungsmechanismus

Depemokimab zielt mit hoher Bindungsaffinität (10,5 pM) und Spezifität auf humanes IL-5 ab und blockiert dadurch die Bindung an den auf der Zelloberfläche exprimierten IL-5-Rezeptor-Alpha mit picomolarer Potenz (IC50 4 pM) in vitro. Depemokimab enthält eine dreifache Aminosäuresubstitution (YTE) in der Fragment-Kristallisationsregion (Fc), die die Bindung an den neonatalen Fc-Rezeptor erhöht und dadurch die Eliminationshalbwertszeit verlängert. Diese Modifikationen ermöglichen eine Dosierung in Abständen von jeweils 6 Monaten.

IL-5 ist neben IL-4 und IL-13 ein Hauptzytokin bei der Typ-2-Inflammation. Eine durch IL-5 vermittelte Typ-2-Inflammation ist eine wichtige Komponente in der Pathogenese von Asthma und chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen. IL-5 ist das wichtigste Zytokin, das für das Wachstum und die Differenzierung von Eosinophilen im Knochenmark sowie für die Rekrutierung, Aktivierung und das Überleben von Eosinophilen im Gewebe verantwortlich ist. Weitere Zelltypen, die IL-5R-Alpha exprimieren, darunter Mastzellen, Plasmazellen, Epithelzellen und Fibroblasten, sind ebenfalls an Entzündungen beteiligt.

Pharmakodynamik

In placebokontrollierten Studien mit erwachsenen und jugendlichen Patienten ab 12 Jahren mit Asthma reduzierte eine 100-mg-Dosis Depemokimab, die über einen Zeitraum von 52 Wochen alle 6 Monate subkutan (s.c.) verabreicht wurde, die Eosinophilenzahl im Blut auf einen angepassten geometrischen Mittelwert von 56 Zellen/µL in Woche 52. Das entspricht einer geometrischen mittleren Reduktion von 79 % (95 %-KI: 75,8; 81,8) im Vergleich zu Placebo. Diese Verringerung der Eosinophilenzahl im Blut wurde grössenordnungsmässig bereits innerhalb der ersten 2 Behandlungswochen (bei der ersten Beurteilung) beobachtet und blieb während der gesamten Therapiedauer erhalten.

In placebokontrollierten Studien mit erwachsenen Patienten mit CRSwNP reduzierte eine 100-mg-Dosis Depemokimab, die über einen Zeitraum von 52 Wochen alle 6 Monate subkutan (s.c.) verabreicht wurde, die Eosinophilenzahl im Blut auf einen angepassten geometrischen Mittelwert von 46 Zellen/µL in Woche 52. Das entspricht einer geometrischen mittleren Reduktion von 85 % (95 %-KI: 82,4; 86,7) im Vergleich zu Placebo. Diese Verringerung der Eosinophilenzahl im Blut wurde grössenordnungsmässig bereits innerhalb der ersten 4 Behandlungswochen (bei der ersten Beurteilung) beobachtet und blieb während der gesamten Therapiedauer erhalten.

In einer Studie zur klinischen Pharmakologie mit Patienten mit leichtem bis mittelschwerem Asthma führte eine s.c. verabreichte 100-mg-Einzeldosis Depemokimab zu einer raschen Verringerung der Eosinophilenzahl im Blut. Die Eosinophilenzahl im Blut war 24 Stunden nach der Verabreichung, bei der ersten Beurteilung nach der Verabreichung, im Vergleich zu Placebo um 54 % reduziert.

Klinische Wirksamkeit

Asthma

Die Wirksamkeit von Depemokimab wurde in zwei replizierten, randomisierten (Verhältnis Depemokimab zu Placebo 2:1), doppelblinden, placebokontrollierten, multizentrischen klinischen Parallelgruppenstudien mit einer Behandlungsdauer von 52 Wochen (SWIFT-1 und SWIFT-2) untersucht. An den beiden Studien nahmen Patienten ab 12 Jahren mit Asthma mit Typ-2-Inflammation teil, das durch einen eosinophilen Phänotyp gekennzeichnet war. In diesen Studien wurde Depemokimab 100 mg einmal alle 6 Monate subkutan verabreicht, insgesamt 2 Dosen zusätzlich zur Standardtherapie (SoC) (inhalative Kortikosteroide (ICS) in mittlerer bis hoher Dosis plus mindestens einen zusätzlichen Asthma-Controller). Es war erforderlich, dass die Patienten in den letzten 12 Monaten zwei oder mehr Asthma-Exazerbationen erlitten hatten, die eine Behandlung mit systemischen Kortikosteroiden (SCS) erforderten, während sie eine Standardbehandlung (SoC) erhielten und/oder die Notwendigkeit zur Behandlung mit systemischen Kortikosteroiden hatten. Die Patienten mussten ausserdem beim Screening eine Eosinophilenzahl im Blut von ≥150 Zellen/µL oder eine im Jahr vor Studienbeginn dokumentierte Eosinophilenzahl im Blut von ≥300 Zellen/µL und eine reduzierte Lungenfunktion bei Baseline aufweisen (forcierte exspiratorische Einsekundenkapazität [FEV1] vor Bronchodilatator-Gabe <80 % des Sollwerts bei Erwachsenen und [FEV1] <90 % oder ein FEV1-FVC-Verhältnis [forcierte Vitalkapazität] <0,8 bei Jugendlichen). Die Patienten wurden aufgenommen, ohne dass ein Baseline-Mindestscore im Asthma Control Questionnaire-5 (ACQ-5) erforderlich war. Depemokimab wurde als Add-on-Therapie zur bestehenden Asthmabehandlung verabreicht, die während der gesamten Dauer der Studien fortgesetzt wurde. Die Full-Analysis-Set-Population (FAS) bestand aus 762 Patienten, die randomisiert wurden und in den beiden Studien mindestens eine Dosis Depemokimab oder Placebo erhielten (382 in SWIFT-1 und 380 in SWIFT-2).

Die demographischen Daten und Ausgangsmerkmale der Patienten in diesen beiden Studien sind in Tabelle 2 aufgeführt.

Tabelle 2. Demographische Daten und Ausgangsmerkmale (FAS-Population)

SWIFT-1

N=382

SWIFT-2

N=380

Alter (Jahre) der Patienten, Mittelwert (SD)54 (14,2)53 (16,2)
Frauen, n (%)223 (58)241 (63)
Europäischstämmig, n (%)316 (83)272 (72)
Asthma-Dauer, Jahre, Mittelwert (SD)22 (16,2)25 (18,5)
Mittlere FEV1 in % des Sollwerts vor Bronchodilatator-Gabe (SD)62 (15,2)62 (15,9)
Mittlere Reversibilität in % (SD)17 (15,3)18 (17,4)
Eosinophilenzahl, Zellen/µL, Median (min, max)

310

(20; 2360)

340

(10; 4440)

Mittlere Anzahl an Exazerbationen im letzten Jahr (SD)2,2 (0,69)2,7 (1,92)
Verwendung von mitteldosiertem ICS (%)a179 (47)154 (41)
Verwendung von hochdosiertem ICS (%)a203 (53)226 (59)
Verwendung von ICS + LABA + LAMA (%)95 (25)127 (33)
Mittlerer SGRQ-Gesamtscore (SD), Bereich 0-10044,3 (20,70)44,5 (18,69)
Patienten mit ACQ ≥1,5 bei Baseline (%)280 (75)279 (75)
OCS-Anwendung (%)21 (5)19 (5)

Gesamt-IgE, U/µL,

Median (min, max)

185

(1,9; 12'142)

180

(2,2; 16'198)

ACQ-5 = Asthma Control Questionnaire; FEV1 = forcierte exspiratorische Einsekundenkapazität; IgE = Immunglobulin E; ICS = inhalatives Kortikosteroid; OCS = orales Kortikosteroid; SGRQ = St. George's Respiratory Questionnaire.

a Mittlere ICS-Dosis = 440 µg Fluticasonpropionat (FP) tägliche Dosierung oder gleichwertig; hohe ICS-Dosis >440 µg FP tägliche Dosierung oder gleichwertig.

Exazerbationen

Der primäre Wirksamkeitsendpunkt von SWIFT-1 und SWIFT-2 war die annualisierte Rate klinisch signifikanter Exazerbationen über den 52-wöchigen Behandlungszeitraum. Eine klinisch signifikante Exazerbation war definiert als eine Verschlechterung des Asthmas, die die Anwendung von SCS (i.v.- oder orale Steroide für mindestens 3 Tage oder eine einzelne intramuskuläre Kortikosteroid-Dosis) und/oder einen Spitalaufenthalt und/oder einen Notfallstationsbesuch erforderte. Bei Patienten, die SCS als Erhaltungstherapie erhielten, war eine mindestens 3-tägige Verdoppelung der bestehenden Erhaltungsdosis erforderlich. Alle Patienten, bei denen eine Exazerbation auftrat, wurden mit SCS behandelt, und die Mehrheit verblieb in der Studie.

In SWIFT-1 und SWIFT-2 war die annualisierte Rate der Asthma-Exazerbationen bei Patienten, die Depemokimab erhielten, im Vergleich zu Placebo signifikant niedriger (Tabelle 3). Während des 52-wöchigen Behandlungszeitraums traten in SWIFT-1 bzw. SWIFT-2 in den Depemokimab-Gruppen (32 % und 32 %) weniger Exazerbationen auf als in den Placebo-Gruppen (46 % und 50 %).

Tabelle 3. Ergebnisse des primären Endpunkts Exazerbation (FAS-Population)

SWIFT-1SWIFT-2

Depemokimab

N=250

Placebo

N=132

Depemokimab

N=252

Placebo

N=128

Annualisierte Asthma-Exazerbationsrate
Exazerbationsrate/Jahr0,461,110,561,08

Ratenverhältnis (95 %-KI)

Prozent Senkung

(95 %-KI)

0,42 (0,30; 0,59)

58 %

(41 %; 70 %)

0,52 (0,36; 0,73)

48 %

(27 %; 64 %)

P-Wert<0,001<0,001

FAS = Full-Analysis-Set

Der prozentuale Anteil der Patienten mit Exazerbationen, die einen Spitalaufenthalt und/oder einen Notfallstationsbesuch erforderten, war in SWIFT-1 bzw. SWIFT-2 bei den mit Depemokimab behandelten Patienten (1 % und 4 %) niedriger als bei den mit Placebo behandelten Patienten (8 % und 10 %). In einer gepoolten Analyse von SWIFT-1 und SWIFT-2 lag der prozentuale Anteil der Patienten mit Exazerbationen, die einen Spitalaufenthalt und/oder einen Notfallstationsbesuch über einen Zeitraum von 52 Wochen erforderten, bei 3 % für Depemokimab im Vergleich zu 9 % für Placebo. Depemokimab reduzierte die Rate der Exazerbationen im Vergleich zu Placebo um 72 % (Ratenverhältnis [RR]: 0,28; 95 %-KI: [0,13; 0,61]).

Offene Asthma-Verlängerungsstudie (AGILE)

Patienten, die entweder die SWIFT-1- oder die SWIFT-2-Studie abgeschlossen hatten, konnten an einer offenen Verlängerungsstudie (AGILE) teilnehmen, in der sie alle über einen Zeitraum von weiteren 52 Wochen bis zu 2 Dosen Depemokimab erhielten. Die Analyse von AGILE (n=629) ergab eine annualisierte Exazerbationsrate von 0,56 (95 %-KI: 0,49; 0,65).

Chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen

Die Wirksamkeit von Depemokimab bei erwachsenen Patienten mit chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP) wurde in zwei randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten, multizentrischen klinischen Parallelgruppen-Replikationsstudien mit einer Behandlungsdauer von 52 Wochen (ANCHOR-1 und ANCHOR-2) untersucht. In diesen Studien wurde die Wirksamkeit von 100 mg Depemokimab untersucht, das einmal alle 6 Monate subkutan verabreicht wurde; insgesamt 2 Dosen zusätzlich zur Standardtherapie (SoC) (intranasale Kortikosteroide, Nasenspülung mit Kochsalzlösung, Kurzzeitbehandlungen mit systemischen Kortikosteroiden (ausser während der Run-in Phase), inhalative Kortikosteroide mit Ausatmung durch die Nase (ICS/ETN) und/oder Antibiotika). Alle Patienten waren innerhalb der letzten 2 Jahre entweder mit systemischen Kortikosteroiden (SCS) behandelt worden und/oder hatten eine medizinische Kontraindikation/Unverträglichkeit gegenüber SCS und/oder hatten vor dem Screening eine dokumentierte Vorgeschichte einer früheren Operation wegen Nasenpolypen (NP). Die randomisierten Patienten mussten einen endoskopischen bilateralen NP-Score von mindestens 5 von maximal 8 Scorepunkten aufweisen, mit einem Mindestscore von 2 in jeder Nasenhöhle und einem mittleren VRS-Score (Verbal Response Scale) für die Nasenobstruktion von 2 oder höher bei Baseline. Abgesehen von der Nasenobstruktion gab es bei der Randomisierung keine weiteren Aufnahmekriterien bezüglich Symptome oder Lebensqualität. Insgesamt wurden 528 Patienten (271 in ANCHOR-1 und 257 in ANCHOR-2) in die FAS-Population (Full-Analysis-Set) aufgenommen.

Die demographischen Daten und Ausgangsmerkmale der an den beiden Studien teilnehmenden Patienten sind unten in Tabelle 4 aufgeführt.

Tabelle 4. Demographische Daten und Ausgangsmerkmale (FAS-Population)

ANCHOR-1

N=271

ANCHOR-2

N=257

Alter (Jahre) der Patienten, Mittelwert (SD)54 (13,4)50 (12,9)
Frauen, n (%)83 (31)80 (31)
Europäischstämmig, n (%)185 (70)197 (77)
Dauer (Jahre) der CRSwNP, Mittelwert (SD)13 (11,2)11 (8,7)
Patienten mit ≥1 vorangegangener NP-Operation, n (%)171 (63)162 (63)
SCS-Anwendung wegen NP in den vergangenen 12 Monaten, n (%)190 (70)172 (67)
Asthma, n (%)161 (59)131 (51)
AERD, n (%)43 (16)42 (16)

Eosinophilenzahl im Blut, Zellen/µL, Median

(min, max)

360

(10; 10'550)

360

(30; 1'670)

Endoskopischer NP-Gesamtscorea b c, Mittelwert (SD), max. Score=86,0 (1,35)5,9 (1,29)
Mittlerer VRS-Score der Nasenobstruktiona, d, Mittelwert (SD), max. Score=32,5 (0,48)2,6 (0,42)
Mittlerer VRS-Score der Rhinorrhoea, d, Mittelwert (SD), max. Score=32,2 (0,70)2,3 (0,67)
Mittlerer VRS-Score des Geruchsverlustsa, d, Mittelwert (SD), max. Score=32,7 (0,55)2,8 (0,41)
LMK-CT-Scorea, b, Mittelwert (SD), max. Score=2418,7 (4,08)18,9 (4,19)
SNOT-22-Gesamtscorea, e, Mittelwert (SD), max. Score=11057,4 (22,15)60,1 (19,95)
Patienten mit SNOT-22-Gesamtscore ≥40, n (%)204 (75)207 (81)

AERD = durch Aspirin verschlimmerte Atemwegserkrankung; CRSwNP = chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen, FAS = Full-Analysis-Set, LMK CT = Lund-MacKay-Computertomographie, NP = Nasenpolypen, SCS = systemisches Kortikosteroid, SNOT-22 = Sino-Nasal Outcome Test, VRS = Verbal Response Scale.

a Höhere Scores weisen auf einen höheren Schweregrad der Erkrankung hin.

b Wie von unabhängigen verblindeten Gutachtern befunden.

c Der NP-Score ist die Summe der Scores beider Nasenlöcher (auf einer Skala von 0 bis 8), bei denen jedes Nasenloch bewertet wurde (0=keine Polypen; 1=kleine Polypen im mittleren Nasengang, die nicht bis unter den unteren Rand der mittleren Nasenmuschel ragen; 2=Polypen, die bis unter den unteren Rand der mittleren Nasenmuschel ragen; 3=grosse Polypen, die den unteren Rand der unteren Nasenmuschel erreichen, oder Polypen medial zur mittleren Nasenmuschel; 4=grosse Polypen, die eine fast vollständige Verstopfung/Obstruktion des unteren Nasengangs bewirken).

d Täglich von den Patienten auf einer Skala von 0 bis 3 erhoben, mit 0=keine Symptome, 1=leichte Symptome, 2=mässige Symptome, 3=schwere Symptome.

e SNOT-22 ist ein Test zur Beurteilung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und umfasst 22 Punkte in 6 Bereichen von Symptomen und Auswirkungen im Zusammenhang mit CRSwNP (nasal, nicht-nasal, Ohr/Gesicht, Schlaf, Ermüdung, emotionale Folgen). Höhere Scores deuten auf eine schlechtere gesundheitsbezogene Lebensqualität hin.

Endoskopischer Nasenpolypen-Gesamtscore und VRS-Score der Nasenobstruktion

Die koprimären Wirksamkeitsendpunkte in jeder Studie waren die Veränderung des endoskopischen NP-Gesamtscores (Skala von 0 bis 8) gegenüber Baseline in Woche 52, beurteilt durch zentrale verblindete Prüfer, und die Veränderung des mittleren VRS-Scores der Nasenobstruktion (Skala von 0 bis 3 [0=keine Symptome, 1=leichte Symptome, 2=mässige Symptome, 3=schwere Symptome]) gegenüber Baseline in den Wochen 49 bis 52, wie von den Patienten in einem Tagebuch selbst angegeben. Bei Patienten, die Depemokimab erhalten hatten, wurde in Woche 52 eine statistisch signifikante Verbesserung (Reduzierung) des endoskopischen NP-Gesamtscores und des VRS-Scores der Nasenobstruktion über die Wochen 49 bis 52 im Vergleich zu Placebo festgestellt; dies traf sowohl für ANCHOR-1 als auch für ANCHOR-2 zu. Die Ergebnisse der koprimären Endpunkte in den einzelnen ANCHOR-Studien und die Ergebnisse einer gepoolten Analyse von ANCHOR-1 und ANCHOR-2 sind in Tabelle 5 aufgeführt.

Tabelle 5. Ergebnisse der koprimären Endpunkte (FAS-Population)

ANCHOR-1ANCHOR-2Gepoolt

Depemokimab

N=143

Placebo

N=128

Depemokimab

N=129

Placebo

N=128

Depemokimab

N=272

Placebo

N=256

Endoskopischer NP-Gesamtscore in Woche 52a, b
nc128120120115248235
LS-Mittelwert (SE)

5,4

(0,14)

6,2

(0,15)

5,4

(0,14)

6,0

(0,15)

5,4

(0,10)

6,1

(0,10)

LS-Mittelwert-Änderung gegenüber Baseline (SE)

-0,6

(0,14)

0,2

(0,15)

-0,5

(0,14)

0,1

(0,15)

-0,5

(0,10)

0,1

(0,10)

Bereinigter Behandlungs-unterschiedd (95 %-KI)

-0,7

(-1,1; -0,3)

-0,6

(-1,0; -0,2)

-0,7

(-0,9; -0,4)

P-Wert<0,0010,004-
Mittlerer VRS-Score der Nasenobstruktion in den Wochen 49 bis 52a, b
nc125116119111244227
LS-Mittelwert (SE)

1,77

(0,079)

2,00

(0,083)

1,83

(0,076)

2,07

(0,078)

1,80

(0,055)

2,04

(0,057)

LS-Mittelwert-Änderung gegenüber Baseline (SE)

-0,76

(0,079)

-0,53

(0,083)

-0,77

(0,076)

-0,53

(0,078)

-0,77

(0,055)

-0,53

(0,057)

Bereinigter Behandlungs-unterschiedd (95 %-KI)

-0,23

(-0,46; 0,00e)

-0,25

(-0,46; -0,03)

-0,24

(-0,39; -0,08)

P-Wert0,0470,025-

FAS = Full-Analysis-Set; LS = kleinste Quadrate; NP = Nasenpolypen; VRS = Verbal Response Scale.

a Patienten, die sich vor dem interessierenden Zeitpunkt einer Nasenoperation unterzogen oder krankheitsmodulierende Medikamente gegen CRSwNP angewendet hatten, wurde der schlechtestmögliche Wert des relevanten Scores für alle Beurteilungen nach der Operation oder der Einleitung einer krankheitsmodulierenden Medikation zugewiesen.

b Basierend auf Analysen mit einem gemischten Modell für Messwertwiederholungen (MMRM) mit den Kovariaten Behandlung, Ausgangsscore, log(e)-Eosinophilenzahl im Blut bei Baseline, Region, vorangegangene Operation wegen Nasenpolypen, Visite und Interaktionstermen für Visite/Baseline und Visite/Behandlung. Für die gepoolte Analyse wurde die Studie als zusätzliche Kovariate einbezogen.

c Anzahl der Patienten mit analysierbaren Daten zum betreffenden Zeitpunkt.

d Bereinigter Behandlungsunterschied (Depemokimab vs. Placebo).

e Die Obergrenze des 95 %-KI stellt einen gerundeten Wert von -0,003 dar.

In einer gepoolten Analyse von ANCHOR-1 und ANCHOR-2 wurde bis Woche 12 (erster untersuchter Zeitpunkt) ein Behandlungsunterschied zugunsten von Depemokimab für den endoskopischen NP-Gesamtscore und bis Woche 1–4 (erster beurteilter Zeitpunkt) für den mittleren VRS-Score der Nasenobstruktion beobachtet, der bis Woche 52 aufrechterhalten wurde.

In einer gepoolten Subgruppenanalyse der koprimären Endpunkte zeigten Patienten mit/ohne komorbides Asthma oder einer Blut-Eosinophilenzahl über oder unter 300 Zellen/µL bei Baseline mit Depemokimab Verbesserungen im Vergleich zu Placebo, die mit der Gesamtpopulation übereinstimmten.

Pharmakokinetik

Depemokimab wies bei Patienten mit Asthma nach subkutaner Verabreichung eine annähernd dosisproportionale Pharmakokinetik über einen Dosisbereich von 10 bis 300 mg auf. Die Pharmakokinetik von Depemokimab war bei Patienten mit Asthma und CRSwNP konsistent mit einer durchschnittlichen Konzentration im Steady-State von 5,9 µg/mL bzw. 5,2 µg/mL nach subkutaner Verabreichung von 100 mg Depemokimab alle 6 Monate.

Absorption

Nach einmaliger subkutaner Verabreichung (Dosen von 2 bis 300 mg) wurden die maximalen beobachteten Plasmakonzentrationen (Cmax) nach einer medianen Zeit von 8 bis 14 Tagen erreicht. Nach wiederholter subkutaner Verabreichung einmal alle 6 Monate kam es zu keiner Akkumulation.

Distribution

Nach einmaliger subkutaner Verabreichung von Depemokimab beträgt das mittlere Distributionsvolumen 6 bis 9 L.

Metabolismus

Depemokimab ist ein monoklonaler Antikörper, der durch ubiquitäre proteolytische Enzyme katabolisiert wird, die nicht auf das Lebergewebe beschränkt sind.

Elimination

Nach einmaliger subkutaner Verabreichung von Depemokimab lag die geometrische mittlere terminale Eliminationshalbwertszeit zwischen 38 und 53 Tagen, wobei die geometrischen Mittelwerte der scheinbaren Clearance zwischen 0,081 und 0,16 L/Tag lagen.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Populationspharmakokinetische Analysen zeigten keinen klinisch relevanten Einfluss von Alter, ethnischer Zugehörigkeit oder Geschlecht auf die Pharmakokinetik von Depemokimab.

Kinder und Jugendliche

Für die pädiatrische Population liegen nur eingeschränkt pharmakokinetische Daten vor. Die Pharmakokinetik von Depemokimab bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren mit Asthma war vergleichbar mit der von Erwachsenen.

Die Pharmakokinetik von Depemokimab wurde bei pädiatrischen Patienten unter 12 Jahren nicht untersucht.

Nierenfunktionsstörungen

Zum Einfluss einer Nierenfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Depemokimab wurden keine formalen Studien durchgeführt. Auf Grundlage der populationspharmakokinetischen Analysen ist bei Patienten mit einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) <60 mL/min/1,73 m2 keine Dosisanpassung erforderlich. Die Datenlage zu Patienten mit einer eGFR <60 mL/min/1,73 m2 ist begrenzt.

Es ist nicht zu erwarten, dass eine Nierenfunktionsstörung einen signifikanten Einfluss auf die Clearance hat, da Depemokimab nicht renal ausgeschieden wird.

Leberfunktionsstörungen

Zum Einfluss einer Leberfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Depemokimab wurden keine formalen Studien durchgeführt. Da Depemokimab durch weit verteilte proteolytische Enzyme abgebaut wird, die sich nicht auf das Lebergewebe beschränken, ist es unwahrscheinlich, dass sich Veränderungen der Leberfunktion auf die Elimination von Depemokimab auswirken. Auf Grundlage der populationspharmakokinetischen Analyse hatten Biomarker der Leberfunktion (Alanin-Aminotransferase [ALT], Aspartat-Aminotransferase [AST] und Bilirubin) bei Baseline keinen klinisch relevanten Einfluss auf die scheinbare Clearance von Depemokimab.

Präklinische Daten

Kanzerogenität, Mutagenität

Es wurden keine Studien zur Genotoxizität oder Kanzerogenität durchgeführt.

Reproduktionstoxikologie

Bei Javaneraffen, die über einen Zeitraum von 6 Monaten Depemokimab in einer Dosierung von bis zu 100 mg/kg s.c. erhalten hatten, wurden keine beeinträchtigenden histopathologischen Befunde in den Fortpflanzungsorganen festgestellt.

Mit Depemokimab wurden keine Studien zur Reproduktionstoxizität durchgeführt. In tierexperimentellen Studien, die auf IL-5-Signalwege abzielten, wurden keine Auswirkungen auf die Entwicklung beobachtet.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Im Kühlschrank (2°C bis 8°C) und bis zum Gebrauch in der Originalpackung vor Licht geschützt aufbewahren. Nicht einfrieren!

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Bei Bedarf können der Fertigpen und die Fertigspritze aus dem Kühlschrank genommen und bis zu 7 Tage lang bei Raumtemperatur (bis 30°C) lichtgeschützt in der ungeöffneten Originalpackung aufbewahrt werden. Das Arzneimittel ist zu entsorgen, wenn es länger als 7 Tage ausserhalb des Kühlschranks aufbewahrt wurde.

Nach dem Öffnen der Originalpackung muss der Fertigpen bzw. die Fertigspritze innerhalb von 8 Stunden verabreicht werden. Das Arzneimittel ist zu entsorgen, wenn es nicht innerhalb von 8 Stunden verabreicht wird.

Hinweise für die Handhabung

Eine genaue Anleitung zur Anwendung des Fertigpens bzw. der Fertigspritze befindet sich in der der Packung beigelegten Gebrauchsanweisung.

Der Fertigpen und die Fertigspritze sind zum einmaligen Gebrauch bestimmt.

Zulassungsnummer

70280, 70512 (Swissmedic)

Packungen

Fertigpen:

Packung mit 1 Fertigpen zu 100 mg/mL (B)

Fertigspritze:

Packung mit 1 Fertigspritze zu 100 mg/mL (B)

Zulassungsinhaberin

GlaxoSmithKline AG, 6340 Baar

Stand der Information

Juni 2026

Über dieses Dokument

Quelle: Swissmedic – Arzneimittelinformation (AIPS) · Zulassungsnummer: 70280

Stand der Information laut Text: 06/2026

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