Fachinformation - Naloxon OrPha
Zusammensetzung
Wirkstoffe
Naloxonhydrochlorid.
Hilfsstoffe
Natriumchlorid, Salzsäure, Wasser für Injektionszwecke.
1 ml Injektionslösung enthält 3.54 mg Natrium.
Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit
Injektionslösung zur i.v., i.m. und s.c. Anwendung.
Eine Ampulle zu 1 ml enthält 0.4 mg Naloxonhydrochlorid (pH = 3.0 – 4.0, Osmolalität = 0.3 Osmol/kg).
Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten
Naloxon OrPha wird zur vollständigen oder teilweisen Aufhebung opioidinduzierter zentralnervöser Dämpfungszustände bei Erwachsenen und Kindern eingesetzt, insbesondere bei der Atemdepression, die durch Opioide wie natürliche und synthetische Narkotika, Fentanyl, Dextropropoxyphen, Methadon sowie bestimmte Agonist-Antagonist-Analgetika wie Pentazocin, Butorphanol und Nalbuphin verursacht wurden.
Naloxon OrPha wird auch zur Diagnose und Therapie bei Verdacht auf akute Opioid-Überdosierung angewendet.
Bei Neugeborenen kann Naloxon OrPha zur vollständigen oder teilweisen Aufhebung der Atemdepression und anderer zentralnervöser Dämpfungszustände eingesetzt werden, wenn die Mutter einer der oben erwähnten Substanzen erhalten hat.
Dosierung/Anwendung
1.Aufhebung opioidinduzierter zentranernöser Dämpfungszustände, insbesondere der Atemdepression
Erwachsene
Eine intravenöse Injektion von 0.1-0.2 mg Naloxonhydrochlorid ist in der Regel ausreichend um die zentralnervösen Dämpfungszustände nach Anwendung von Opioiden während der Operation aufzuheben. Bei Bedarf können zusätzliche intravenöse Injektionen von 0.1 mg in Abständen von 2 - 3 Minuten verabreicht werden, bis der gewünschte Grad der Antagonisierung erreicht ist, was sich durch eine stabile Atemfunktion und adäquaten Vigilanz ohne relevante Schmerzen oder Unwohlsein zeigt.
Je nach Art und Menge des Opioids und der Zeit, die nach der letzten Gabe des Narkotikums verstrichen ist, kann eine weitere Gabe von Naloxon OrPha im Abstand von 1 - 2 Stunden nach der Operation erforderlich sein. Es hat sich gezeigt, dass durch zusätzliche intramuskuläre Gaben die Wirkung von Naloxonhydrochlorid länger anhält.
Naloxon OrPha kann alternativ als intravenöse Infusion verabreicht werden um eine Atemdepression nach Gabe langwirkender Opioide zu verhindern. Für die Zubereitung einer Naloxon-Infusionslösung siehe «Sonstige Hinweise», «Hinweise für die Handhabung».Infusionsgeschwindigkeiten von 0.4 mg/30 min. bzw. 3.7 µg/kg/h sind eingesetzt worden. Die Tropfgeschwindigkeit sollte jedoch nach der Reaktion des Patienten auf die Naloxon OrPha -Infusion und die vorher applizierten Bolusinjektionen austitriert werden.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Kinder und Jugendliche
Naloxon OrPha muss vor der Anwendung verdünnt werden (siehe «Sonstige Hinweise», «Hinweise für die Handhabung»).
Die übliche Initialdosis beträgt 0.01 mg Naloxonhydrochlorid/kg Körpergewicht i.v. Wenn diese Dosis nicht zur gewünschten Antagonisierung führt, können weitere Dosen von je 0.01 mg/kg Körpergewicht in Abständen von 2-3 Minuten verabreicht werden. Wenn kein intravenöser Zugang besteht, kann Naloxon OrPha i.m. oder s.c. in fraktionierten Dosen gegeben werden.
Ältere Patienten
Naloxonhydrochlorid soll bei älteren Patienten mit vorbestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bei Patienten, die potenziell kardiotoxische Medikamente erhalten, mit Vorsicht angewendet werden, da bei postoperativen Patienten nach der Verabreichung von Naloxonhydrochlorid vereinzelt schwerwiegende kardiovaskuläre Nebenwirkungen wie ventrikuläre Tachykardie und Fibrillation berichtet wurden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
2.Bekannte oder vermutete Opioid-Überdosierung
Erwachsene
Die übliche Initialdosis beträgt 0.4–2 mg Naloxonhydrochlorid i.v., i.m. oder s.c..
Falls der erwünschte Grad der Antagonisierung und Verbesserung der Atemfunktion nicht unmittelbar nach der ersten i.v. Gabe erzielt wird, kann die Injektion in Abständen von 2 - 3 Minuten i.v. wiederholt werden. Bleibt eine 2- 3-malige Verabreichung wirkungslos, kann man daraus schliessen, dass der Zustand des Patienten teilweise oder vollständig auf andere Krankheitsbilder oder nicht-opioidartige Substanzen zurückzuführen ist. Wenn nach Gabe von 10 mg Naloxonhydrochlorid keine wesentliche Verbesserung beobachtet wird, ist die Atemdepression nicht opioidbedingt. Ausnahmen sind Buprenorphin und hohe Dosen von agonist-antagonistisch wirkenden Opioiden.
Spezielle Dosierungsanweisungen
Kinder und Jugendliche
Naloxon OrPha muss vor der Anwendung verdünnt werden (siehe «Sonstige Hinweise», «Hinweise für die Handhabung»).
Die übliche Initialdosis beträgt 0.01 mg Naloxonhydrochlorid/ kg Körpergewicht i.v. Falls diese Dosis nicht zur gewünschten Verbesserung des klinischen Bildes führt, können weitere Dosen von je 0.01 mg/kg Körpergewicht in Abständen von 2-3 Minuten verabreicht werden. Wenn kein intravenöser Zugang besteht, kann Naloxon OrPha i.m. oder s.c. in fraktionierten Dosen gegeben werden.
Ältere Patienten
Naloxonhydrochlorid soll bei älteren Patienten mit vorbestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bei Patienten, die potenziell kardiotoxische Medikamente erhalten, mit Vorsicht angewendet werden, da bei postoperativen Patienten nach der Verabreichung von Naloxonhydrochlorid vereinzelt schwerwiegende kardiovaskuläre Nebenwirkungen wie ventrikuläre Tachykardie und Fibrillation berichtet wurden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
3.Aufhebung der Atemdepression und anderer zentralnervöser Dämpfungszustände beim Neugeborenen, wenn die Mutter Opioide erhalten hat
Naloxon OrPha muss vor der Anwendung verdünnt werden (siehe «Sonstige Hinweise», «Hinweise für die Handhabung»).
Die übliche Initialdosis beträgt 0.01 mg Naloxonhydrochlorid/ kg Körpergewicht i.v. Ist die Verbesserung der Atemfunktion nicht ausreichend, kann die Gabe nach 2 - 3 Minuten wiederholt werden. Bleibt eine 2 - 3-malige Verabreichung wirkungslos, ist die Atemdepression nicht opioidbedingt. Wenn kein intravenöser Zugang besteht, kann Naloxon OrPha i.m. oder s.c. in fraktionierten Dosen gegeben werden.
Art der Anwendung
Naloxon OrPha kann i.v., i.m. oder s.c. verabreicht werden. Am schnellsten tritt die Wirkung nach i.v. Verabreichung ein; daher wird empfohlen, Naloxon OrPha in Notfällen i.v. zu verabreichen. Nach i.m. Gabe setzt die Wirkung später ein, hält aber länger an. Die i.m. Gabe sollte nur gewählt werden, wenn eine i.v. Gabe nicht möglich ist. Wirkungseintritt und -dauer sind abhängig von der Dosis und der Applikationsart.
Da die Wirkungsdauer einiger Opioide die von Naloxonhydrochlorid übertrifft, muss der Patient engmaschig überwacht werden, auch wenn er zunächst zufriedenstellend auf Naloxon OrPha angesprochen hat, da eine weitere Naloxonhydrochlorid-Injektion notwendig sein kann.
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.
Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen
Abhängigkeit von Opioiden
Vorsicht ist geboten bei Patienten, die hohe Opioid-Dosen erhalten haben, einschliesslich Neugeborenen, wenn die Mutter Opioide erhalten hat, oder bei denen der Verdacht besteht oder bekannt ist, dass sie physisch opioidabhängig sind. In solchen Fällen kann eine plötzliche oder vollständige Antagonisierung der Opioid-Wirkungen ein akutes Entzugssyndrom provozieren. Hypertonie, Herzrhythmusstörungen, Lungenödeme und Herzstillstand wurden beobachtet.
Überwachung der Patienten
Patienten, die zufriedenstellend auf die Behandlung mit Naloxonhydrochlorid angesprochen haben, müssen engmaschig überwacht werden. Die Wirkung von Opioiden kann länger anhalten als die von Naloxonhydrochlorid und eine weitere Injektion kann notwendig sein.
Nicht opioidbedingte Atemdepression
Naloxon OrPha ist wirkungslos bei nichtopioidbedingter Atemdepression.
Zur Aufhebung der durch Buprenorphin induzierten Atemdepression ist die Wirkung von Naloxon OrPha limitiert und erfordert hohe Dosen von 5 bis 10 mg Naloxonhydrochloird. Bei unzureichender Wirkung von Naloxon OrPha sollte zusätzlich künstlich beatmet werden.
Überdosierung
Zu hohe Dosen von Naloxonhydrochlorid nach der Operation können zu einer Umkehr der Analgesie, Erregung und einem Anstieg des Blutdrucks führen. Eine zu rasche Umkehrung der Opioidwirkung kann Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen oder Tachykardie auslösen.
Kardiovaskuläre Risiken
Naloxon OrPha sollte bei Patienten mit vorbestehender Herzerkrankung oder bei Patienten, die kardiotoxische Substanzen (z.B. Kalziumkanalblocker, Betablocker, Digoxin) einnehmen mit Vorsicht angewendet werden, da bei postoperativen Patienten nach der Verabreichung von Naloxonhydrochlorid vereinzelt schwerwiegende kardiovaskuläre Nebenwirkungen wie Hypotonie, Hypertonie, ventrikulärer Tachykardie, Fibrillation sowie Lungenödem berichtet wurden (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Allerdings konnte ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen der Anwendung von Naloxon OrPha und dem Auftreten dieser Nebenwirkungen nicht festgestellt werden.
Hilfsstoffe
Naloxon OrPha enthält 3.54 mg Natrium pro Durchstechflasche, entsprechend 0.2% der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
Interaktionen
Die Wirkung von Naloxonhydrochlorid beruht auf der Wechselwirkung mit Opioiden und Opioidagonisten.
Bei Patienten mit einer Mehrfachvergiftung durch die Kombination von Opioid mit Barbiturat oder Alkohol kann die Wirkung von Naloxonhydrochlorid je nach Ursache der Vergiftung weniger ausgeprägt sein.
Vorsicht ist bei gleichzeitiger Medikation mit kardiotoxischen Substanzen geboten (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Schwangerschaft, Stillzeit
Schwangerschaft
Es liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung von Naloxonhydrochlorid bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe «Präklinische Daten»). Naloxonhydrochlorid darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Naloxonhydrochlorid kann Entzugserscheinungen beim Neugeborenen hervorrufen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Naloxonhydrochlorid in die Muttermilch übergeht oder einen Einfluss auf gestillte Säuglinge hat. Daher soll bis mindestens 24 Stunden nach Applikation von Naloxon OrPha nicht gestillt werden.
Fertilität
Es liegen keine Daten über die Wirkung von Naloxonhydrochloird auf die Fertilität beim Menschen vor.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen
Nicht zutreffend.
Unerwünschte Wirkungen
Die unerwünschten Wirkungen sind nach Organklassen und Häufigkeitsgraden gegliedert unter Berücksichtigung folgender Definition:
«sehr häufig» (≥1/10), «häufig» (≥1/100, <1/10), «gelegentlich» (≥1/1000, <1/100), «selten» (≥1/10’000, <1/1000), «sehr selten» (<1/10’000).
Erkrankungen des Immunsystems
Sehr selten: Allergische Reaktionen (Urtikaria, Rhinitis, Dyspnoe, Quincke-Ödem), anaphylaktischer Schock.
Erkrankungen des Nervensystems
Häufig: Schwindel, Kopfschmerzen.
Gelegentlich: Tremor, Schwitzen.
Selten: Krampfanfälle, Nervosität.
Selten wurden Krampfanfälle nach der Applikation von Naloxonhydrochlorid beobachtet; ein direkter kausaler Zusammenhang mit Naloxonhydrochlorid konnte allerdings nicht festgestellt werden. Eine höhere als die empfohlene Dosis nach der Operation kann zu erhöhter nervöser Erregbarkeit führen.
Herzerkrankungen
Häufig: Tachykardie.
Gelegentlich: Arrhythmien, Bradykardie.
Sehr selten: Kammerflimmern, Herzstillstand.
Gefässerkrankungen
Gelegentlich: Hypertonie, Hypotonie.
Bei Anwendung von Naloxonhydrochlorid in der postoperativen Phase wurden Hypotonie, Hypertonie und Herzrhythmusstörungen (einschliesslich ventrikulärer Tachykardie und Kammerflimmern) beobachtet. Am häufigsten traten kardiovaskuläre Nebenwirkungen bei postoperativen Patienten mit vorbestehenden Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder bei Patienten auf, die kardiotoxische Arzneimittel erhielten.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Sehr selten: Lungenödem.
Bei postoperativer Anwendung von Naloxonhydrochlorid traten auch Lungenödeme auf.
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Sehr häufig: Übelkeit.
Häufig: Erbrechen.
Gelegentlich: Diarrhoe, Mundtrockenheit.
Übelkeit und Erbrechen wurden bei Patienten nach der Operation beobachtet, wenn sie eine höhere als die empfohlene Dosis erhalten hatten. Jedoch konnte kein direkter kausaler Zusammenhang festgestellt werden; die Symptome könnten durch eine zu plötzliche Antagonisierung der Opioidwirkungen bedingt sein.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Sehr selten: Erythema multiforme.
Ein Fall von Erythema multiforme ging sofort nach Absetzen von Naloxonhydrochlorid zurück.
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
Häufig: Postoperative Schmerzen.
Gelegentlich: Hyperventilation, Reizung der Gefässwand (nach i.v. Applikation), lokale Reizung und Entzündung (nach i.m. Applikation).
Eine höhere als die empfohlene Dosis nach der Operation kann zur Aufhebung der Analgesie führen.
Eine rasche Antagonisierung der Opioidwirkung kann Hyperventillation auslösen.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
Überdosierung
Angesichts der Indikation und der grossen therapeutischen Breite von Naloxonhydrochlorid ist eine Überdosierung nicht zu erwarten.
Einzeldosen von 10 mg Naloxonhydrochlorid i.v. und kumulierte Dosen bis zu 90 mg/Tag s.c. sind ohne Nebenwirkungen oder Veränderungen von Laborwerten vertragen worden.
Bisher sind keine Fälle mit Intoxikationssymptomen berichtet worden.
Zu hohe Dosen von Naloxonhydrochlorid nach der Operation können zu einer Umkehr der Analgesie, Erregung und einem Anstieg des Blutdrucks führen. Eine zu rasche Umkehrung der Opioidwirkung kann Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen oder Tachykardie auslösen.
Eigenschaften/Wirkungen
ATC-Code
V03AB15
Wirkungsmechanismus
Naloxonhydrochlorid ist ein spezifischer Opioidantagonist mit kompetitiver Wirkung an den Opioidrezeptoren. Durch seine sehr hohe Affinität zu den Opioidrezeptorbindungsstellen verdrängt Naloxonhydrochlorid sowohl Opioidagonisten als auch partielle Antagonisten. Naloxonhydrochlorid wirkt nicht den durch Hypnotika oder andere Nichtopioide verursachten zentralnervösen Dämfpungszuständen entgegen und besitzt nicht die "agonistischen" oder morphinähnlichen Eigenschaften anderer Opioidantagonisten. Selbst hohe Dosen (das Zehnfache der üblichen therapeutischen Dosis) verursachen eine unwesentliche Analgesie, nur leichte Schläfrigkeit und keine Atemdepression, psychotomimetische Effekte, Kreislaufveränderungen oder Miosis.
In Abwesenheit von Opioiden oder agonistischen Effekten anderer Opioidantagonisten zeigt Naloxonhydrochlorid im Wesentlichen keine pharmakologische Eigenwirkung. Da Naloxonhydrochlorid, im Gegensatz zu Nalorphin, die durch andere Substanzen verursachte Atemdepression nicht verschlimmert, kann es daher auch zur Differentialdiagnose eingesetzt werden.
Naloxonhydrochlorid induziert keine Toleranz und führt nicht zu psychischer oder physischer Abhängigkeit.
Bei Opioidabhängigkeit verstärkt Naloxonhydrochlorid die Symptome der physischen Abhängigkeit. Bei intravenöser Verabreichung tritt die pharmakologische Wirkung von Naloxonhydrochlorid in der Regel innerhalb von 2 Minuten ein. Die Dauer der antagonistischen Wirkung ist dosisabhängig, beträgt aber gewöhnlich 1- 4 Stunden. Eine wiederholte Gabe hängt von der Dosis, Art und Anwendungsform des Opioids ab, das antagonisiert werden muss.
Pharmakodynamik
Siehe Wirkungsmechanismus.Klinische Wirksamkeit
Keine Angaben.
Pharmakokinetik
Absorption
Naloxonhydrochlorid wird rasch aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert, unterliegt jedoch einem beträchtlichen First-Pass-Metabolismus und wird nach oraler Verabreichung rasch inaktiviert. Es ist zwar oral wirksam, jedoch sind wesentlich höhere Dosen als bei einer parenteralen Verabreichung erforderlich (die Bioverfügbarkeit beträgt etwa 1/50 im Vergleich zur parenteralen Verabreichung). Daher wird Naloxonhydrochlorid parenteral verabreicht.
Distribution
Nach parenteraler Verabreichung wird Naloxonhydrochlorid rasch in Körpergeweben und -flüssigkeiten, insbesondere im Gehirn, verteilt, da es sehr lipophil ist. Bei maximaler Serumkonzentration (15 Minuten nach der Injektion) ist die zerebrale Konzentration 1.5-mal höher als die Plasmakonzentration.
Bei Erwachsenen beträgt das Verteilungsvolumen etwa 2 l/kg. Die Plasmaproteinbindung von Naloxonhydrochlorid liegt im Bereich von 32–45%.
Naloxonhydrochlorid ist leicht plazentagängig; es ist jedoch nicht bekannt, ob Naloxonhydrochlorid in der Muttermilch übergeht.
Metabolismus
Naloxonhydrochlorid wird überwiegend in der Leber metabolisiert, hauptsächlich durch Konjugation mit Glucuronsäure sowie Dealkylierung mit Reduktion der 6-Ketogruppe. Naloxonhydrochlorid und seine Metaboliten werden mit dem Urin über die Nieren ausgeschieden (65% in 48-72 Stunden).
Elimination
Nach parenteraler Gabe hat Naloxonhydrochlorid eine kurze Plasmahalbwertszeit von etwa 1-1.5 Stunden. Die Plasmahalbwertszeit bei Neugeborenen beträgt etwa 3 Stunden. Die Gesamtkörper-Clearance beträgt 22 ml/min/kg.
Präklinische Daten
Basierend auf konventionellen Studien zur akuten Toxizität und zur Toxizität bei wiederholter Gabe lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Mutagenität
Naloxonhydrochlorid war im Ames-Mutagenitätstest und in in-vitro Tests auf Chromosomenaberrationen in humanen Lymphozyten schwach positiv. Im in-vitro- HGPRT-Mutagenitätstest an chinesischen V79-Hamsterzellen und in einer in-vivo Studie auf Chromosomenaberration im Knochenmark von Ratten war Naloxonhydrochlorid negativ.
Karzinogenität
Studien zur Bestimmung des karzinogenen Potentials von Naloxonhydrochlorid wurden bisher nicht durchgeführt.
Reproduktionstoxizität
Nach in-utero Exposition wurden bei Ratten postnatal dosisabhängige Veränderungen in der Geschwindigkeit der neurobehavioralen Entwicklung und abnormale zerebrale Befunde beobachtet. Darüber hinaus wurden ein Anstieg der neonatalen Mortalität und ein verringertes Körpergewicht nach Exposition während der späten Gestationsstadien bei Ratten beschrieben.
Sonstige Hinweise
Inkompatibilitäten
Naloxon OrPha sollte nicht mit Zubereitungen gemischt werden, die Bisulfit, Metabisulfit, langkettige Anionen oder solche mit hohem Molekulargewicht enthalten. Auch sollte es nicht mit alkalischen Lösungen gemischt werden.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Haltbarkeit nach Anbruch
Nichtbenötigte Restmengen sind zu verwerfen.
Besondere Lagerungshinweise
Nicht über 25°C und vor Licht geschützt lagern.
Nicht einfrieren.
Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Hinweise für die Handhabung
Für die Dosierung bei Kindern und Neugeborenen muss Naloxon OrPha verdünnt werden.
Verdünnung von 1 Ampulle Naloxon OrPha (0.4 mg/ml) auf 10 ml NaCl 0.9%. 1 ml dieser Lösung entspricht 0.04 mg Naloxonhydrochlorid. Diese reicht für eine Initialdosis bei einem Kind von 4 kg Körpergewicht.
Sollen grössere Mengen von Naloxon OrPha verabreicht werden, ist die Anwendung einer Lösung höherer Konzentration in Betracht zu ziehen, um eine Flüssigkeitsüberladung des Neugeborenen zu vermeiden.
Für eine intravenöse Infusion kann Naloxon OrPha mit 0.9% NaCl oder 5% Glucoselösung verdünnt werden. 5 Ampullen zu 500 ml der jeweiligen Infusionslösung ergibt eine Konzentration von 4 µg/ml.
Zulassungsnummer
56952 (Swissmedic)
Packungen
Naloxon OrPha: 10 Ampullen à 1 ml (B)
Zulassungsinhaberin
OrPha Swiss GmbH, 8700 Küsnacht
Stand der Information
Juli 2026
v1.1
